Selbstmontage Anleitung

Schwarz-Elektrotechnik GmbH
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Dosen setzen - Leitung legen - Verbraucher anschließen

 

 










Die Elektroinstallation beginnt bereits
in der Rohbauphase mit dem Verlegen
von Leerrohr auf der Deckenschalung

Bevor der Selbstbauer mit der Rohbauphase beginnt, sollte er mit dem Elektrofachmann abstimmen, wo, welche und wieviele Steckdosen und Schalter installiert werden. Eine korrekte Planung erspart dem Bauherrn später aufwendige und teure Nachinstallationen. Nachdem der Elektrofachmann die Leitungsführung in einen Verlegungsplan gezeichnet hat, kann der Eigenheimbauer loslegen.

Leerrohre verlegen

Die Elektroinstallationsarbeiten beginnen mit dem Rohbau. Installationsrohre, die schon in die zu betonierende Decke eingelegt werden, ersparen spätere Mühen. Besonders bei sturzlosen Türen und bei nicht oder nur dünn verputzten Fertigdecken bietet diese Methode oft die einzige Möglichkeit, Lampenauslässe oder Stromkreiszuleitungen ohne Umwege und andere Umstände zu installieren. Die Rohre werden später unterhalb der Decke abgeschnitten und mit Mantelleitungen versehen. Bei einer kompletten Leerrohrinstallation werden sie einfach zur Abzweig- beziehungsweise Gerätedose weitergeführt. Die Einlegearbeiten sind frühzeitig vorzubereiten. Es empfiehlt sich, die Rohrverläufe mit Vermaßung in die Baupläne einzuzeichnen und sich rechtzeitig genügend betonfestes Installationsrohr zu besorgen. So kann der Selbstbauer schnell reagieren und mit der Arbeit beginnen, wenn der Bauunternehmer die Decke zum Betonieren vorbereitet hat. Hilfreich für die spätere Installation ist es auch, schon während der Rohbauphase größere Mauerschlitze, zum Beispiel für die Hauptleitung, oder die Nischen für Verteiler und Zählerschrank auszusparen. Dies setzt jedoch voraus, daß die Elektroinstallation, wie bereits beschrieben, rechtzeitig geplant wird.

 

 

Praxistip

 

Bei der Planung der Elektroinstallation - am besten zusammen mit einem Fachmann - sollte unbedingt die Familie eingebunden werden. Dabei sind folgende Fragen zu klären:

n Wo sollen die Lampen installiert werden?
n An welchen Stellen werden Steckdosen benötigt und wie viele?
n Wo überall sollen Lichtschalter installiert werden?
n Wo in der Küche und im Hauswirtschaftsraum sind Elektroanschlüsse, zum Beispiel für die Waschmaschine, den Trockner, die Spülmaschine und den Herd, vorzusehen?
n In welchen Räumen und an welchen Stellen sind Telefon- und Antennenanschlüsse gewünscht?
n Bringt eine Haussprechanlage Vorteile?
n Genügt eine einfache Elektroinstallation oder sind Komfort und Energiesparmöglichkeiten durch elektronische Systeme gewünscht?




Ein Meißelaufsatz für Schlitze zur Elektroinstallation in massiven
Wänden kann die Arbeit erleichtern.

Dosen und Wandauslässe setzen

Der erste Schritt der Elektroinstallation im Rohbau ist das Anzeichnen der Schalter, Steck- und Abzweigdosen an den Wänden. Dabei werden ganz bestimmte Höhen für Elektroinstallationsauslässe empfohlen (siehe Tabelle). Für das Setzen einer Unterputzdose dient bei massiven wie auch Leichtbauwänden zweckmäßigerweise ein Bohrer oder Bohrhammer mit Dosensenker. Unterputzdosen, die später die Schalter und Steckdosen aufnehmen sollen, können bei einem massiven Mauerwerk genagelt oder eingegipst werden. Bei Leichtbauwänden verwendet man Hohlwanddosen, die mit sogenannten Krallen ausgestattet sind und sich mit einem Schraubendreher festziehen lassen.

 

Höhen für Elektroinstallationsauslässe


Mit einer einfachen Bohrmaschine
und einem Dosensenker lassen sich
Dosen relativ einfach installieren.

n Festanschlüsse für Geräte 20 cm mittig ab Oberkante Fußboden
n Steckdosen für Geräte 30 cm mittig ab Oberkante Fußboden
n Schalter oder Steckdosen neben Türen oder Fenstern 105 cm mittig ab Oberkante Fußboden
n Schalter oder Steckdosen über Arbeitsflächen 115 cm mittig ab Oberkante Fußboden
n Wandauslässe für Arbeitsplatzleuchten 135 cm mittig ab Oberkante Fußboden
n Wandauslässe für Arbeitsplatzleuchten oder Dunstabzugshauben 165 cm mittig ab Oberkante Fußboden
n Abzweigdosen 30cm mittig ab Unterkante Decke

 

Meistverwendete Leitungen und Kabel


NYY
(DIN VDE 0271)
Das Kunststoffkabel ist für die Verlegung
im Erdreich und im Wasser sowie Innen-
räumen geeignet. Im Erdreich verlegte Kabel sollten mindestens 60 Zentimeter unter der Erdoberfläche verlegt und gegen die am Verlegungsort zu erwartenden mechanischen Einwirkungen geschützt werden (VDE 0100)



NYIF (mit Gummihülle)
NYIFY (mit Kunststoffhülle)
(DIN VDE 0250, Teil 201)
Die Stegleitung ist bestimmt für das Verlegen im oder unter Putz in trockenen Räumen. Es handelt sich hier um eine spezielle, an ein bestimmtes Verlege-
und Installationssystem gebundene
Leitung (VDE 0100 Teil 250).



NYM-J
(DIN VDE 0250, Teil 204)
Diese Mantelleitung ist bestimmt zur Verlegung über, auf und im Putz in trockenen, feuchten und nassen Räumen sowie im Mauerwerk und im Beton. Ausgenommen ist die direkte Einbettung in Schüttel-, Rüttel- oder Stampfbeton. Diese Leitung ist auch für die Verwendung im Freiem geeignet, sofern sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt wird.


H07V-U
(DIN VDE 0281, Teil 103)
PVC.Aderleitung für die Verlegung in Rohren auf Putz und unter Putz sowie in geschlossenen Installationskanälen. Sie
darf als Potentialausgleichsleitung (grün -gelbe Farbkennzeichnung) auch
direkt auf, im und unter Putz sowie auf Pritschen und dergleichen verlegt werden. Sie darf auch für die innere Verdrahtung von Geräten, Schaltanlagen und Verteilern sowie für die geschützte Verlegung in und an Leuchten mit einer Nennspannung bis 1.000 Volt Wechselspannung oder einer Gleichspannung oder einer Gleich-
spannung bis 750 Volt gegen Erde verwendet werden.



Installationszonen für elektrische Leitungen in Wohnräumen



Installationszonen für elektrische Leitungen in Küchen



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leerrohre oder Leitungen verlegen

Die genauen Vorschriften für das Verlegen elektrischer Leitungen in Wohnungen sind in einer speziellen DIN-Norm (DIN 18015) festgelegt. Leerrohre oder Leitungen werden im Rohbau normalerweise in oder auf der unverputzten Rohbauwand verlegt. Bei der Verlegung unter Putz müssen die Leitungen oder die Rohre in Mauerschlitzen oder -kanälen, die möglichst schon bei der Errichtung der Wände und Decken auszusparen sind, mit der rohen Mauer bündig oder vertieft liegen. Hier ist insbesondere auf die DIN 1053 zu achten. In belasteten Wänden von 17,5 Zentimetern oder geringerer Dicke sowie in Schornsteinwangen sind Vertiefungen für Elektroinstallationen nicht zulässig. Hier können Leitungen lediglich nur in Putz verlegt werden.

Alle Leitungen an Wänden oder hinter Wandbekleidungen, auch im oder unter Putz, sind zum Schutz vor Beschädigungen durch Nägel oder Schrauben ausschließlich senkrecht oder waagerecht anzuordnen. Nur in oder auf Decken können sie auf kürzestem Weg geführt werden. Wie bei den Dosen oder Wandauslässen gelten auch hier bestimmte Installationszonen (siehe Grafik).

In der Praxis werden auf Länge geschnittene Leerrohre oder Mantelleitungen vom Selbstbauer mittels Gips in den Schlitzen oder Mauervertiefungen fixiert. Danach kann der Bauherr die Schlitze verputzen. Stegleitungen werden mittels Stahlstiften mit Isolierscheiben, Bandschellen aus Isolierstoff oder mit Gipspflastern etwa alle 25 Zentimeter auf der Rohbauwand befestigt. An Decken oder Wandauslässen legen extra Endschellen die Leitung fest. Fertighäuser werden mit so glatten Oberflächen geliefert, daß sie keine Putzüberzüge mehr erhalten, die eine Elektroinstallation verdecken könnte. Alle Leitungen, Abzweig- und Gerätedosen müssen deshalb innerhalb der vorgefertigten Bauteile untergebracht werden.

Installationszonen für Leitungen

n senkrechte Leitungen (DIN 18015 T.3) 10 bis 30 cm von den Zimmerdecken und 10 bis 30 cm von Tür- und Fensterleibungen, in freien Wandflächen verboten

n waagerechte Leitungen 15 bis 45 cm unterhalb der Decke und 15 bis 45 cm oberhalb des fertigen Fußbodens - Ausnahme bei Arbeitsflächen, dann 90 bis 120 cm oberhalb des fertigen Fußbodens

Im Wohnungsbau dürfen nur Leitungen verwendet werden, die ausschließlich aus dem Werkstoff Kupfer bestehen. Die einzelnen Adern der Leitungen müssen nach DIN 40705 farbig gekennzeichnet sein:

n dreiadrige Leitungen: gelb/grün, hellblau, schwarz

n fünfadrige Leitungen: gelb/grün, schwarz, hellblau, braun, schwarz.

Die Querschnitte der Leitungen hängen in erster Linie von der Größe der benötigten Leistung des Verbrauchers ab. In der Regel handelt es sich in einem Einfamilienhaus um gemischte Licht- und Steckdosenstromkreise, die mit 13 Ampere abgesichert werden und somit lediglich einen Querschnitt von 1,5 Quadratmillimeter benötigen. Sichert man einen Stromkreis mit 16 Ampere ab, wird ein Leiterquerschnitt von 2,5 Quadratmillimetern notwendig.

Verbraucher anklemmen

Die Elektroinstallation läßt sich, wie beispielsweise die Heizungsinstallation, auch nicht ganz allein bewerkstelligen, da eine Endabnahme durch einen Fachmann vorgenommen werden muß. Schon die technischen Anschlußbedingungen der Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen (EVU) sprechen gegen eine selbständige Installation durch den Bauherrn. So darf nur ein zugelassener Elektromeister den Hausanschluß und die Zählereinrichtung installieren. Auch die Installation der Elektroverteilungen und die Durchführung von Elektroanschlüssen übersteigen wohl meist das Können des Selbstbauers. Dieser wird ohnehin - schon in Hinsicht auf die eigene Sicherheit - nicht auf den fachmännischen Rat des Elektromeisters verzichten wollen.

Sicherheit steht an erster Stelle

Bei betriebsmäßig unter Spannung stehenden elektrischen Anlagen können durch Isolationsfehler Körper-, Kurz- und Erdschluß auftreten. Menschen und Tiere sind vor einer zufälligen Berührung von spannungsführenden Teilen zu schützen (VDE 0100). Für das Haus oder die Wohnung gibt es den Personenschutzschalter, den Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) und den Fehlerspannungs-Schutzschalter (FU). Um Betriebsmittel wie Leitungen, Geräte oder Motoren zu schützen, gibt es den Leitungsschutzschalter (Automaten), Sicherungen und Motorschutzschalter. Alle Schutzschalter öffnen selbsttätig, wenn der angeschlossene Verbraucher zuviel Strom aufnimmt, zu heiß wird oder eine Fehlerspannung auftritt (VDE 0660). Sie sind so gebaut, daß man sie nicht einschalten kann, solange die Ursache für ihr Abschalten nicht beseitigt ist. Die Fehlerstrom-Schutzschalter sind derzeit die wirksamste Schutzmaßnahme gegen gefährliche Berührungsspannungen. Bei den meisten Elektrizitätsversorgungsunternehmen ist die FI-Schutzschaltung für Häuser und Wohnungen als Schutzmaßnahme zwingend vorgeschrieben.

Leitungsschutzschalter, auch Automaten genannt, schützen Leitungen und Geräte. Automaten trennen eine überlastete Leitung oder ein fehlerhaftes Gerät mechanisch. Leitungsschutzschalter gibt es als Einbauautomaten in verschiedenen Ausführungen. Auch hier ist der Fachmann gefragt. Je nach Leitungsquerschnitt und verwendeter Leitungsart werden die Strombelastbarkeiten der Automaten ausgewählt (VDE 0100 Teil 430).

Installationshinweise

Wer gegenüber einer einfachen Ausführung mit Steg- und Mantelleitungen die aufwendigeren Schlitzarbeiten für Elektrorohre nicht scheut, erhält preisgünstig eine jederzeit erweiterbare und langlebige Elektroinstallation. In die Leerrohre werden dann Drähte eingezogen, die sich bei späteren Änderungen und Reparaturen einfach auswechseln lassen, ohne daß Wände aufgeschlagen werden müssen. Flexibler im Hinblick auf spätere Änderungen ist auch ein Installationssystem mit speziellen, tiefer gebauten Geräteabzweigdosen: Dabei erfolgen die Abzweigungen und Verbindungen der Leitungen hinter den Einbaugeräten und sind so immer zugänglich. Gewöhnliche Unterputz-Abzweigdosen mit wandbündigen Deckeln werden dagegen oft nur übertapeziert oder gar überputzt. Sie müssen bei nachträglichen Änderungen oder Reparaturen geöffnet werden, was oft häßliche Spuren hinterläßt.

Bausatz: Verblüffend einfach

Mit dem Bausatz für die Elektroinstallation hat es der Eigenleister von Anfang an leicht. Der Hersteller der Bausätze erstellt zuerst nach den Wünschen des Bauherrn die Installationspläne per CAD. Danach lassen sich der Materialbedarf zusammenstellen und die Zentralverteilung in der Werkstatt fix und fertig bestücken und verdrahten. Die Lieferung erfolgt anschließend, in Kartons direkt auf die Baustelle.

Elektrowerkzeuge wie die Schlitzfräse mit Staubabsaugung oder der Bohrhammer stehen leihweise zur Verfügung. Bei der systemmäßigen Elektroinstallation können sogar elektrotechnische Laien die Klemmarbeiten selbst durchführen: Das System ist so vorgefertigt, daß die Drähte einfach nach Farbe zusammengesteckt werden. Der Anschluß im Verteiler erfolgt raumbezogen nach Numerierung.

Sehen lassen können sich auch die mitgelieferten Schalter und Steckdosen mit ihrem Flächendesign. Für Hängeleuchten stehen praktischerweise steckerfertige Deckenauslässe zur Verfügung.

Schlußprüfung vom Elektrofachmann

Sind die Putzarbeiten beendet, kann der Eigenleister die Unterputz-Gerätedosen freilegen und reinigen. Manchmal sind diese nur schwer zu finden. Jetzt zahlen sich gute Pläne oder gar Fotografien der Rohbauinstallation aus. Wo unerwartet zuviel Putz aufgetragen wurde, können die Unterputzdosen mit Hülsen verlängert werden, so daß die Geräte festen Halt finden. Wer sich die anschließende Schalter- und Steckdosenmontage nicht zutraut, sollte diese dem Elektofachmann überlassen. Er installiert auch Sicherungen, FI-Schutzschalter, Potentialausgleich sowie den Hausanschluß und überprüft die Elektroanlage vor der Inbetriebnahme. Dabei kann ein Prüf- und Meßprotokoll über die Isolationsmessung und Funktion der Schutzmaßnahmen Gewißheit schaffen, daß die Elektroanlage sicher ausgeführt ist. Ein kompletter Elektrobausatz ist für den unerfahrenen Bauherrn eine kostengünstige Möglichkeit der Eigenleistung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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